Dienstag, 25. Oktober 2016

Kaiserin Zitas Hochzeitstiara


Schade das es so wenig Juwelen aus dem Hause Habsburger noch gibt. Auch bei dieser wissen wir nichts genaues.

Diese wunderschöne Diamant Tiara trug zu ihrer Hochzeit Kaiserin Zita im Jahr 1911.



Zita von Bourbon-Parma (Zita Maria delle Grazie Adelgonda Micaela Raffaela Gabri Giuseppina Antonia Luisa Agnese, 9. Mai 1892 - 14. März 1989) war die Frau von Karl, Kaiser von Österreich,und von 1916 bis 1918 letzte Kaiserin von Österreich und bis 1921 Apostolische Königin von Ungarn.



Zitas Vater, Robert von Parma, war nach der Ermordung seines Vaters 1854 der letzte Herzog von Parma. Da er aber erst sechs Jahre alt war, fungierte seine Mutter Louise Marie Thérèse d’Artois als Regentin. Diese musste 1859 im Zuge der italienischen Einigungsbewegung (Sardinischer Krieg), mangels militärischer Rückendeckung durch Österreich, mit ihren Kindern zunächst in die Schweiz übersiedeln und gelangte von dort aus ins Exil nach Niederösterreich, wo Robert nun aufwuchs.
Nach Roberts erster Ehe, der zwölf Kinder entstammten, heiratete er 1884 die Infantin Maria Antonia von Portugal (1862−1959), Tochter von König Michael I. aus dem Haus Braganza und seiner Gattin Prinzessin Adelheid von Löwenstein-Wertheim-Rosenberg. Mit ihr hatte er wiederum zwölf Kinder; als fünftes kam Zita zur Welt. Die Familie wohnte im eigenen Schloss Schwarzau am Steinfeld nahe Neunkirchen im südlichen Niederösterreich.
Zitas Bruder Franz Xavier von Bourbon-Parma (Francisco Javier) wurde nach dem Aussterben des carlistischen Zweigs der spanischen Bourbonen im Jahr 1936 Oberhaupt der carlistischen Bewegung. 1952 erhob er selbst Anspruch auf die spanische Krone, womit er unter dem Namen Javier (I.) als Thronprätendent die zweite carlistische Dynastie begründete.
Von links nach rechts, erste Reihe: Immaculata, Antonia, Isabella, Duke Robert, Henrietta, Luigi, Gaetano, Duchess Maria Antonia, Renato, Zita (sitzt ganz rechts). Von links nach rechts, zweite Reihe: Francesca, Pia, Luisa, Adelaide, Teresa, Joseph, Xavier, Henry, Sixtus, Felix. Villa Pianore, 1906.

Zita von Bourbon-Parma wurde am 9. Mai 1892 in der Villa Borbone delle Pianore in Camaiore bei Lucca, Italien, geboren. 



Villa Borbone delle Pianore in Camaiore

Sie wuchs gemeinsam mit ihren Geschwistern mehrsprachig auf, wobei die Umgangssprache im Elternhaus Französisch war, mit dem Vater aber oft Italienisch gesprochen wurde und mit der Mutter zeitweise Deutsch. Die erste Jahreshälfte verbrachte die Großfamilie stets in Pianore, die zweite in Schwarzau. Zitas Vater antwortete auf ihre Frage nach der Nationalität der Familie mit: Wir sind französische Fürsten, die in Italien regiert haben.
Die deutsche Sprache vervollkommnete sie später im Salesianerinnen-Konvikt Kloster Zangberg, Oberbayern; als Kaiserin schließlich beherrschte sie die Sprache in Wort und Schrift perfekt. 


Kloster Zangberg

1903 bis 1908 besuchte sie die Schule der Ordensschwestern. In ihren Jahren im Salesianerinnenkonvikt wurde sie nicht nur in den modernen Fremdsprachen, die sie von daheim schon kannte, unterrichtet, sondern nach dem bayerischen Gymnasiallehrplan auch in Mathematik, Geografie, Geschichte, Naturkunde sowie Musik. Auch Tätigkeiten wie Flicken, Stopfen und Nähen sowie der Turnunterricht waren auf dem Lehrplan.
Nach dem Besuch des Konviktes war sie kurze Zeit bei ihrer Familie und vervollkommnete dann auf der britischen Kanalinsel Wight in der Benediktinerinnenabtei St. Cécile ihre Ausbildung. Zu dieser Zeit war die Priorin des Klosters Prinzessin Adelheid von Löwenstein-Wertheim-Rosenberg, ihre Großmutter mütterlicherseits. In diesem strengen Kloster widmete sie sich der Theologie und Philosophie und vervollkommnete ihr Englisch. Sie wurde in den gregorianischen Chorgesang eingeführt und begann mit dem Orgelspiel. Allerdings setzten das harte Studium und das Klima ihrer Gesundheit so zu, dass sie nach einem Besuch ihrer Tante Erzherzogin Maria Theresia, die bestürzt über ihr blasses Aussehen war, von deren Tochter Erzherzogin Maria Annunziata zu einem Kuraufenthalt im böhmischen Franzensbad abgeholt wurde.
Dort lernte Zita Erzherzog Karl 1908 näher kennen. Sie kannte ihn bereits aus Kindertagen. Er hatte sie aber bei seinen Ferienaufenthalten auf den Schlössern Schwarzau und Frohsdorf (Gemeinde Lanzenkirchen, Niederösterreich) nie sonderlich beachtet. 1910 jedoch war Karl von der 18-Jährigen offenbar sehr angetan.




Als sich Kaiser Franz Joseph I. nach Karls Heiratsplänen erkundigte, die dynastisch von großer Bedeutung waren, und auch selbst auf Partnersuche für Karl zu gehen schien, schaltete Karl seine Großmutter, die auch mit Zita verwandte Erzherzogin Maria Theresia, ein, um die gewünschte Beziehung zu Zita offiziell zu machen. Da es sich um eine standesgemäße Prinzessin handelte und, da ihre Familie nicht mehr regierte, keine Probleme mit anderen Staaten zu befürchten waren, stimmte der Kaiser der Heirat zu.
Am 13. Juni 1911 fand in der väterlichen Villa delle Pianore bei Lucca, in der Zita geboren worden war, die Verlobung der 19-jährigen Prinzessin mit dem 24-jährigen Erzherzog statt, der nach dem Tod seines Vaters, Erzherzog Otto, 1906, zur Nummer 2 in der Thronfolge nach Franz Ferdinand von Österreich-Este aufgerückt war. 

Am Abend vor der Hochzeit ging es in Schwarzau fröhlich zu. In der Bevölkerung von Schwarzau, die mit der Familie Bourbon-Parma sehr verbunden war, herrschte schon viel Freude und Hochstimmung. Die Häuser waren geschmückt und in den Gärten hingen Lampions.

Am 21. Oktober 1911 wurde in der Schlosskapelle von Schloss Schwarzau am Steinfeld Hochzeit gefeiert. 




Höchstrangige Gäste waren Kaiser Franz Joseph I., der einen Trinkspruch auf das Paar ausbrachte, und Erzherzog-Thronfolger Franz Ferdinand. Karls Brautwahl stieß auch bei Franz Ferdinand, der als Trauzeuge fungierte, auf freundliche Zustimmung. 


Ein Spezialkorrespondent meldete damals aus Schwarzau:
„Heute mittag hat in der Kapelle des Schlosses Schwarzau am Steinfeld die Vermählung des Erzherzogs Karl Franz Josef mit der Prinzessin Zita von Bourbon-Parma stattgefunden. Ein Familienfest wird gefeiert, ohne höfischen Prunk, ohne starren Zeremonienzwang. Nicht anders war es, als wenn die Tochter eines großen Grundbesitzers zum Traualtar schreitet und die Bewohner der nächstliegenden Ortschaften herzlich Anteil nehmen an dem Feste. Rings um Schwarzau waren heute alle Orte beflaggt. Überall grüßen schlichte aber gut gemachte Dekorationen, Reisigzweige und dazwischen Bilder des Kaisers und des Brautpaares. Die Zufahrtsstrassen sind vorsorglich instand gesetzt, besonders natürlich die Straße die das Automobil des Kaisers, der von St. Egyden kommt, passieren wird. Schulkinder ziehen unter Führung von Lehrern in schwarzem Sonntagsrocke, von Katecheten und Ordensschwestern auf. Der Erzherzog-Bräutigam erwartete schon ungeduldig Kaiser Franz Josef. Mittlerweile fuhr der Kaiser bereits durch den Ort Schwarzau, wo ihm die Bevölkerung lebhafte Ovationen bereitete. Es war gegen elf Uhr als man schon die lauten Rufe vernahm, die das Auto des Monarchen auf seiner Fahrt zum Schloss begleiteten.
Im Schlosse selbst wurde der Kaiser durch die vom Kapellmeister des Infanterieregimentes Nummer 67 Hermann Dostal komponierte Kaiserfanfare empfangen. Er schrieb auch anlässlich der Hochzeit den Zita-Walzer. Schon kurze Zeit nach der Ankunft des Kaisers begann dann der Hauptteil der Feierlichkeiten mit dem Einzug in die Kapelle. Zwischen dem Kaiser und der Erzherzogin Maria Josefa ging der Bräutigam Erzherzog Karl. Die Braut Prinzessin Zita ging zwischen dem Herzog von Madrid und ihrer Mutter Herzogin Maria Antonia von Parma. Dann kamen König Friedrich August von Sachsen und der Erzherzog-Thronfolger Franz Ferdinand. Nun schlossen sich die übrigen Mitglieder des Kaiserhauses sowie Prinzen und Prinzessinnen an. Die kleine Kapelle ist auf das festlichste geschmückt, der Vorraum als Entree hergerichtet, die Wände mit rotem Damast bekleidet. Vor dem Altar steht das mit rotem, goldverbrämten Damast bedeckte Betpult für das Brautpaar, links davon der Fauteuil für den Kaiser aus gelbem Damast, davor ein kleines Kniepult. Links vom Kaiser steht der rote Fauteuil mit Betpult für König Friedrich August von Sachsen. Alle Augen waren auf Braut und Bräutigam gerichtet: er in seiner Uniform der Lothringer Dragoner dekoriert mit dem Orden vom goldenen Vlies, dem Militär-Jubiläumskreuz von 1908, die Braut aber in einem zauberhaften Kleid aus elfenbeinfarbenen Satin Duchese, mit echtem Silber in zarten Dessin gestickt, die Schleppe mit der bourbonischen Lilie bedeckt. Im Haar lag ein zarter Myrtenkranz und über ihm wurde das Haar von dem langen Brautschleier gedeckt, der bis auf die Schleppe herabfiel und auf dem Kopf von einem herrlichen Brillantdiadem gehalten wurde. Der päpstliche Majordomus Monsignore Bisletti, der persönliche Vertreter des Papstes Pius X. segnete den Bund der beiden glücklichen Menschen. Er verliest nach der Trauungszeremonie ein persönliches Schreiben des Papstes.
 Bemerkenswert ist noch mitzuteilen, dass Erzherzogin Zita ein besonders lautes „Ja“ vor dem Altar sprach. Sie sagte dies allerdings in französischer Sprache: Oui.
Als nach vollzogener Trauung die Hochzeitsgäste in ihre Appartements zurückkehrten, eröffnete das neuvermählte Paar den Zug, dann folgte der Kaiser mit der Herzogin von Parma, der Herzog von Madrid als Chef des Hauses Bourbon mit der Erzherzogin Maria Josefa, der Mutter des Bräutigams und König August Friedrich von Sachsen mit dem Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand.
Für das Hochzeitsessen, das um 13 Uhr im Theresiensaal stattfand, waren 5 Tische arrangiert. Beim Festmahl hielt Kaiser Franz Josef dem Brautpaar eine in herzlichem Ton gehaltene Tischrede. Unter anderem sagte der Kaiser: „Gott schirme und schütze Erzherzog Karl und Erzherzogin Zita“.
Um 12.30 Uhr strömte die Bevölkerung von Schwarzau und Umgebung in den Schlosspark und brachte dem Kaiser und dem Brautpaar mit begeisterten Hochrufen eine Ovation. Ein Chor aus achthundert Schulkindern sang am Mittag des Hochzeitstages im Schlosspark.
Erwähnt muss noch werden, dass der Apostolische Nuntius Erzbischof Barvona bei der Hochzeit dem späteren Kardinal Bisletti assistiert hat.

Die Beistände für den Bräutigam Erzherzog Karl waren König Friedrich August von Sachsen und Erzherzogin Maria Josefa. Für Prinzessin Zita waren die Beistände der Herzog von Madrid Don Jaime von Bourbon und die Herzogin Maria Antonia von Parma, die Mutter von Zita."


Die Justizanstalt Schwarzau ist im Gebäude von Schloss Schwarzau untergebracht. Dieses Schloss war ursprünglich ein kaiserliches Jagdschloss und wurde zu einem nicht mehr genau zu datierenden Zeitpunkt zwischen dem 13. und 16. Jahrhundert der Adelsfamilie Wurmbrand geschenkt. Wilhelm Graf von Wurmbrand und Stuppach ließ schließlich 1567 die Grundform des heutigen Gebäudes errichten. Im Jahre 1697 wurde der heute noch bestehende Barockbau erbaut, der am 27. August 1889 in den Besitz des Herzogs Robert von Bourbon-Parma überging. Dieser veränderte das Schlossgelände durch zahlreiche Um- und Zubauten.
Kurz nach dem Ende des Ersten Weltkriegs wurde das Schloss von den Besitzern zu einem Kurheim und Spital umgewandelt. Nach Beendigung des Zweiten Weltkriegs wurde Schloss Schwarzau von der russischen Besatzungsmacht okkupiert. Am 24. November 1951 verkaufte der Alleinbesitzer, Elias von Bourbon-Parma das Schloss samt Grundstück an die Republik Österreich.
Erst im Dezember 1957 konnte das Gebäude in seiner neuen Verwendung als „Frauenstrafanstalt Schwarzau“ in Betrieb genommen werden.

Am Abend des Hochzeitstages beendete ein gewaltiges Feuerwerk das Zeremoniell. Die Freiwillige Feuerwehr von Schwarzau war an diesem Tag in einer Galauniform angetreten.


Wenn Karl nicht vor Franz Ferdinand starb, würde das junge Paar in zwei oder drei Jahrzehnten das Kaiserpaar sein, da Franz Ferdinands Kinder wegen morganatischer Ehe keine Thronerben waren.
Am 20. November 1912 wurde Zitas und Karls erster Sohn, Erzherzog Otto, in der Villa Wartholz bei Reichenau an der Rax geboren. (Als Erzherzogspaar hatten die beiden drei weitere Kinder; eines wurde dem Kaiserpaar geboren, drei weitere Kinder folgten im Exil.) 1913 wies ihnen der Kaiser Schloss Hetzendorf in Wien Meidling als Wohnsitz zu, damit Karl dem Kaiser und dem Thronfolger näher sein konnte.

Aus der Ehe gingen acht Kinder hervor:
  • Otto (1912–2011) ∞ 1951 Regina Prinzessin von Sachsen-Meiningen (1925–2010)
  • Adelheid (1914–1971)
  • Robert (1915–1996) ∞ 1953 Margherita von Savoyen (* 1930)
  • Felix (1916–2011) ∞ 1952 Anna Eugenie Herzogin von Arenberg (1925–1997)
  • Carl Ludwig (1918–2007) ∞ 1950 Yolande von Ligné (* 1923)
  • Rudolph (1919–2010)
    1. 1953 Xenia Tschernyschew Besobrasow (1929–1968)
    2. 1971 Anna Gabriele Prinzessin von Wrede (* 1940)
  • Charlotte (1921–1989) ∞ 1956 Georg Herzog zu Mecklenburg (1899–1963)
  • Elisabeth (1922–1993) ∞ 1949 Heinrich, Prinz von und zu Liechtenstein (1916–1991)
Oben: Otto und Adelheid; unten: Robert (li) und Felix

oben (li) Carl Ludwig und Rudolph; unten: Charlotte (li) und Elisabeth



Nach dem Mord an Franz Ferdinand am 28. Juni 1914 in Sarajevo war Karl automatisch Thronfolger. Der Kaiser war fast 84 Jahre alt. Plötzlich war Tatsache, dass Karl und Zita Jahrzehnte früher an der Spitze des Staates stehen würden als zuvor angenommen. Die beiden standen nun unter dauernder Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit. Als Franz Joseph I. Karl nach seiner Kriegserklärung, die zum Ersten Weltkrieg führte, im August 1914 Aufgaben bei der k.u.k. Armee übertrug, die ihn immer wieder längere Zeit aus Wien wegführten, holte der Kaiser Zita und die Kinder, angeblich aus Sicherheitsgründen, zu sich ins Schloss Schönbrunn. Zita gegenüber drückte er tiefen Pessimismus über die Zukunft der Monarchie aus.



Als Franz Joseph am 21. November 1916 starb, war Karl ex lege Kaiser von Österreich (Karl I.) und König von Ungarn und Böhmen. Am 30. Dezember 1916 wurde Kaiser Karl I. auf Wunsch der ungarischen Regierung inBudapest zum Apostolischen König Karl IV. Von Ungarn gekrönt.


Hier leistet Karl den Eid in Ungarn


Das Paar nach der Krönung in Ungarn

Zita selbst wurde aber nicht gekrönt. Zitas und Karls Erstgeborener, der vierjährige Erzherzog / Föherczeg Otto, war nun Kronprinz des Kaisertums Österreich und des Königreichs Ungarn.
Zita wurde in der Folge bedeutender Einfluss auf den Kaiser zugeschrieben, was in der österreichisch-ungarischen Monarchie als ungewöhnlich empfunden wurde: Kaiserin Elisabeth hatte sich, abgesehen von ihrem Engagement für den inneren Frieden mit Ungarn, vom Hof meist ferngehalten; an Kaiserinnen vor 1848 konnte sich niemand mehr erinnern. Das Urteil darüber, wie Zitas Einfluss auf Karl I./IV. zu bewerten ist, blieb bis heute kontrovers. Die positive Lesart geht davon aus, dass Zita Karl beeinflusste, indem sie seine oft schwankende Willenskraft festigte. Jedenfalls wurde sie ihren Erinnerungen zufolge von Karl über alle wichtigen politischen Themen und Vorfälle bis ins Detail informiert. Die junge Kaiserin besaß nicht nur Energie und Zähigkeit, sie wurde auch als stets beherrschte, ruhige und schöne Frau empfunden, die sich sozial engagierte.



Am 11. November 1918, zwei Tage nach der Verkündigung der Abdankung des deutschen Kaisers Wilhelm II., wurde Karl I. Vom k.k. Ministerpräsidenten Heinrich Lammasch der mit dem deutschösterreichischen Staatsrat vereinbarte Entwurf zum Verzicht des Kaisers auf jeden Anteil an den Staatsgeschäften vorgelegt. Damit sollte ein juristischer Zusammenprall der alten Ordnung mit der tags darauf auszurufenden Republik vermieden werden. Das Reizwort Abdankung wurde vermieden. Zita hielt die in versöhnlichem Ton gehaltene Verzichtserklärung für eine Abdankung und protestierte:
Niemals! Ein Herrscher kann seine Herrscherrechte verlieren. Das ist dann Gewalt, die eine Anerkennung ausschließt. Abdanken nie – lieber falle ich hier an Ort und Stelle mit dir – dann wird eben Otto kommen und selbst, wenn wir alle fallen sollten – noch gibt es andere Habsburger.

Trotz Zitas Bedenken unterschrieb Karl I. auf dringendes Anraten der letzten kaiserlichen Regierung die Erklärung, dankte damit aber nach eigener Auffassung nicht ab und hielt sich, von Zita bestärkt, nach wie vor für den Kaiser von Österreich.




Die kaiserliche Familie verließ Schloss Schönbrunn noch am Abend des 11. Novembers, da Karl im Schloss, das dem Hofärar und damit dem Staat gehörte, nach seinem Verzicht auf alle Staatsfunktionen nicht mehr bleiben wollte. Man übersiedelte ins Schloss Eckartsau im Marchfeld bei Wien, damals Eigentum des kaiserlichen Familienfonds. Am 12. November wurde Deutschösterreich durch die Provisorische Nationalversammlung zur Republik erklärt. Am 13. November 1918 unterschrieb Karl in Eckartsau eine Verzichtserklärung für Ungarn.





Am 23. März 1919 reisten Karl und Zita Habsburg-Lothringen mit ihrer Familie von Eckartsau per kaiserlichem Hofzug und mit militärischen Ehren verabschiedet ins Exil in der Schweiz ab und trafen dort am 24. März ein. Damit sollte nach dem Rat des britischen „Ehrenkavaliers“ Oberst Edward Lisle Strutt die Internierung Karls vermieden werden, die ihm drohte, da er die definitive Abdankung verweigerte. Bei der Ausreise aus Österreich widerrief Karl, in Eckartsau vorbereitet, im so genannten Feldkircher Manifest seine Verzichtserklärung. Das Manifest wurde allerdings in Österreich nicht veröffentlicht.
Am 3. April 1919 wurde von der Konstituierenden Nationalversammlung Deutschösterreichs das Habsburgergesetz beschlossen, gemäß dem Karl auf Lebenszeit und alle anderen Mitglieder des Hauses Habsburg-Lothringen, soweit sie nicht auf ihre Zugehörigkeit zum Herrscherhaus verzichteten und sich als getreue Staatsbürger der Republik bekannten, aus Deutschösterreich verwiesen wurden. Gleichzeitig wurden die habsburgischen Familienfonds, nicht aber nachweislich persönliches Eigentum beschlagnahmt.
Vorerst hielt sich die Familie auf Schloss Wartegg in Rorschach am Bodensee auf das seit 1860 der Regentin von Parma (Louise Marie Thérèse d’Artois) gehörte die vom französischen König Ludwig XVI. abstammte




Am 20. Mai 1919 siedelte sie auf Wunsch der Schweizer Regierung an einen von Österreich weiter entfernten Ort, nach Prangins am Genfersee, über. Zita betrachtete die Wiedererlangung des Throns als eine von Gott auferlegte Pflicht, ermunterte Karl, nicht aufzugeben, und unterstützte ihn bei seinen Restaurationsversuchen.
Sie begleitete Karl im Oktober 1921 per Flugzeug zu seinem zweiten Restaurationsversuch in Ungarn. Nach dessen Scheitern wurden beide im Auftrag der Siegermächte ab 1. November zwecks Verbannung von Baja an der Donau aus mit britischen Kriegsschiffen auf die portugiesische Insel Madeira gebracht, wo sie am 19. November eintrafen. Ende Jänner 1922 wurde der schwangeren Zita erlaubt, ihre Kinder aus der Schweiz zu holen. Mit allen Kindern, ausgenommen Robert, traf sie am 2. Februar 1922 wieder in Funchal ein.
Nachdem das Geld der Familie für Hotelzimmer nicht mehr ausreichte, wurde Karl, Zita und ihren Kindern von privater Seite die Villa Quinto do Monte auf einem Hügel über der Inselhauptstadt Funchal als Aufenthaltsort zur Verfügung gestellt, wohin sie noch im Februar übersiedelten.


Die Familie in Funchal



                            Ankunft auf Madeira

Am 1. April 1922 starb Karl an den Folgen einer Lungenentzündung. Ab diesem Zeitpunkt trug Zita nur mehr schwarze Kleidung. Zita wurde Vormund für den neuen Thronprätendenten Otto. Die nunmehr dreißigjährige Witwe musste allein für ihre sieben Kinder (das achte Kind wurde zwei Monate nach dem Tod Karls geboren) sorgen. Die Verbannung war mit Karls Tod gegenstandslos geworden. Am 31. Mai 1922 siedelte Zita mit den Kindern in die Villa Uribarren in Lequeitio im Baskenland über.




Ab 1929 wohnte sie im Schloss Ham in Steenokkerzeel bei Löwen (Belgien), wo ihr Sohn Otto dann studierte.




1935 verhandelte Otto mit dem diktatorischen Bundeskanzler Schuschnigg über die Aufhebung des Habsburgergesetzes und die Wiedererrichtung der Monarchie in Österreich. Das Habsburgergesetz von 1919 wurde teilweise aufgehoben, der Familienfonds sollte zurückerstattet werden. Durch den Anschluss Österreichs an Hitler-Deutschland am 13. März 1938 wurden aber alle Restaurationsaussichten zunichtegemacht. Hitler ließ den Familienfonds wieder einziehen.Im Mai 1940 floh Zita nach dem Angriff des Deutschen Reiches auf Belgien und Frankreich mit ihrer Familie über Dünkirchen, Paris und Bordeaux nach Spanien und später nach Portugal. Im Juli 1940 reisten Zita und ihre Kinder von dort auf den amerikanischen Kontinent. Während Zita und ihre jüngeren Kinder sich in der kanadischen Stadt Québec niederließen (genauer in der Villa Bagatelle im damals eigenständigen Vorort Sillery), 


Die Villa damals
und heute

zog der Rest der Familie in die USA. Otto etablierte sich in New York. Zita traf sich dreimal mit Präsident Roosevelt und warb um ein besseres Verständnis für ihre Heimat. Nach Kriegsende organisierte sie gemeinsam mit ihrer Familie CARE-Paket-Aktionen.



Als 1949 der seit 1928 laufende Seligsprechungsprozess für Karl eröffnet wurde, reiste Zita mehrmals nach Europa, um Dokumente für den Prozess zu sammeln. 1953 kehrte sie nach Europa zurück und ließ sich in Luxemburg bei ihrem Bruder Felix nieder. 1962 übersiedelte Zita ins St.-Johannes-Stift in Zizers (Schweiz), um in der Nähe ihrer Kinder und zahlreicher Enkel zu sein.


Das Kloster heute
1966 konnte Otto Habsburg-Lothringen nach einem zu seinen Gunsten ausgefallenen Erkenntnis des Verwaltungsgerichtshofes zum ersten Mal nach Österreich zurückkehren. Er hatte bereits am 31.Mai 1961 – gegen den Willen der „Matriarchin“ – auf seine persönlichen Thronrechte und auf die Zugehörigkeit zum Hause Habsburg-Lothringen verzichtet, um wieder nach Österreich einreisen zu dürfen.
Im Frühjahr 1982 konferierte anlässlich Zitas 90. Geburtstag der spanische König Juan Carlos mit dem damaligen Bundeskanzler Kreisky (SPÖ) in dessen Feriendomizil auf Mallorca, um für Zita, die weiterhin die Abgabe einer Verzichtserklärung kategorisch ablehnte, die Rückkehr nach Österreich möglich zu machen. 



Im Bundeskanzleramt fanden die Verfassungsjuristen die passende Lücke im Recht. Sie „fanden heraus“, dass Zita als Angeheiratete des Kaisers kein Nachfolgerecht zukam und sie daher unmöglich dem Habsburgergesetz unterliegen konnte. Im November 1982 war es dann soweit. Die Grenzbeamten wurden angewiesen, Zita auch ohne Verzichtserklärung einreisen zu lassen, und die Neunzigjährige kehrte nach dreiundsechzigjährigem Exil in das Land zurück, das sie 1919 verlassen hatte. Am 13. November 1982 wurde ihr im Stephansdom von Kardinal und Erzbischof Franz König die Dankesmesse zelebriert und ihr Haupt von ihm gesegnet, wie es früher bei Kaiserinnen üblich war.

Die letzte Kaiserin von Österreich starb am 14. März 1989 mit 97 Jahren im St.-Johannes-Stift in Zizers (Schweiz).

Nach ihrem Tod wurde der Sarg mit dem einbalsamierten Leichnam Zitas nach Österreich überführt und in der Wiener Kapuzinergruft feierlich beigesetzt.


Das Herz wird bei dem ihres Mannes in der Loretokapelle des Klosters Muri in der Schweiz aufbewahrt, wo sich auch die Familiengruft ihrer Nachkommen befindet.


Am 10. Dezember 2009 begann für Zita Habsburg-Lothringen unter dem Vorsitz des Bischofs von Le Mans das Seligsprechungsverfahren.

Sie kann bis zu 10 Jahre dauern.

Kommen wir nun zu ihrer Hochzeitstiara.



Kaiser Franz Josef I. von Österreich gab bei dem österreichischen Juwelier Köchtert, der damals Hofjuwelier war, diese Tiara aus Diamanten in Auftrag.


Ebenso wie das oben zu sehende Collier. Ob es auch von dem Kaiser stammt ist mir im Moment leider nicht bekannt. Auch gibt es kein Bild das Zita beim tragen dieses Schmuckstückes zeigt. Auch der jetzige Aufenthaltsort ist nicht bekannt.

Das Diadem besteht aus 5 Herzen und ist auf einem abnehmbaren Bandeau aufgebaut.



In ihrer kurzen Zeit als Kaiserin von Österreich hatte sie nicht oft Gelegenheit ihren prachtvollen Schmuck zu tragen und später trug sie ausser einer Perlenkette und einer enganliegenden Diamantkette (sehen wir oben auf dem Foto) keinen großen Schmuck mehr.








Die Tiara verschwand bis in die 50er Jahre aus unserem Sichtfeld.

Die nächste Trägerin war Regine von Sachsen Meiningen.


Am 10. Mai 1951 heiratete sie Kaiserin Zitas ältesten Sohn Otto. 
Bei ihrer Hochzeit trug sie die komplette Hochzeitstiara ihrer Schwiegermutter.


In diesem Video kann man die Tiara wunderbar sehen

Wahrscheinlich trug sie das Bandeau noch einige Male...aber im Moment habe ich keine Fotos dafür zur Verfügung.

Nächste wissentliche Trägerin war 
Monika Maria Roberta Antonia Raphaela (* 13. September 1954 in Würzburg) mit
⚭ 1980 Luis María Gonzaga de Casanova-Cárdenas y Barón, Herzog von Santangelo
Sie ist die zweit älteste Tochter von Otto und Regine von Habsburg.

Weitere Mitglieder die dieses Bandeau trugen sind mir im Moment noch nicht bekannt. 
Sollte der geneigte Leser ein Bild haben dann bitte an mich...ich bin aber auf der Suche...

Was nun mit der Haupttiara geschehen ist, ist leider unbekannt...ich glaube nicht das es verkauft wurde...es ist ein großes Stück Geschichte...ich denke das die komplett Tiara im Moment nicht zur Zeit der Habsburger passt...da ist das Bandeau schon besser...

Wir werden sehen was die Zeit den Habsburgern bringen wird...

Quelle: Google, Pinterest...

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